Es ist noch gar nicht so lange her, da war Fleisch ein Luxusgut, das man sich nicht jeden Tag leisten konnte. Allenfalls Könige und ranghohe Adlige konnten jeden Tag Fleisch auftischen lassen, bei den normalen Bürgern stand es hingegen eher selten auf dem Speiseplan. Noch in der Generation unserer Eltern und Großeltern war der Sonntagsbraten etwas Besonderes. Heutzutage ist das Fleisch hingegen so billig, dass sich selbst Menschen mit geringem Einkommen jeden Tag ein Schnitzel braten können.

Vom Jäger zum Einkäufer

Vermutlich läge die Zahl der Vegetarier deutlich höher, wenn wir die Tiere, die in Form von Steaks, Gulasch oder Hackfleisch auf unsere Teller kommen, noch selbst erlegen und ausnehmen müssten. Denn es ist leicht, sich ein Stück Fleisch in die Pfanne zu hauen, das so gar keine Ähnlichkeit mit dem Lebewesen hat, von dem es stammt. Wir wissen zwar, dass es von einem Tier kommt, aber dieses Wissen ist eher abstrakt und hat nichts damit zu tun, einem Tier in die Augen zu schauen, bevor man es tötet. Wir blenden das niedliche Ferkel und das unschuldig blickende Kalb aus, die am Anfang des Fleischkreislaufes standen, bevor sie als ausgewachsene Tiere zum Schlachter kamen und in der Fleischtheke endeten.

Verzicht?

Es ist immer schwierig auf etwas zu verzichten, was wir gerne mögen oder uns schmeckt. Besonders, wenn wir das Gefühl haben, dass uns etwas fehlt. Fleisch wird ja immer als Eisenlieferant gelobt, aber es gibt glücklicherweise zahlreiche Möglichkeiten, Eisen aus anderen Nahrungsmitteln zu bekommen. Außerdem gibt es seit einigen Jahren und seitdem es immer mehr Veganer gibt auch zahlreiche fleischlose Ersatzprodukte. Diese schmecken dann vielleicht wie eine Frikadelle oder eine Wurst, wurden aber auf pflanzlicher Basis hergestellt. Die vegetarische Küche ist nicht von Eintönigkeit gekennzeichnet, sondern von einer überraschenden Vielfalt. Dies fällt besonders auf, wenn man gerne asiatisch isst, denn dort gibt es zahlreiche Gerichte, die kein Fleisch enthalten.