Viele Vegetarier wenden sich vom Fleischkonsum ab, weil sie nicht länger unterstützen wollen, dass Tiere unter unwürdigen Bedingungen leben und sterben müssen. In den 1980er-Jahren wurden sie für ihren Fleischverzicht häufig angefeindet, weil ihnen unterstellt wurde, dass sie die Fleischesser „missionieren“ wollten. Und wie immer, wenn der Mensch fürchtet, dass ihm etwas weggenommen werden soll, reagierte er abwehrend.

Moralische Gründe

Dabei gibt es zahllose Gründe, warum sich jemand entscheidet, zukünftig auf Fleisch zu verzichten, und in den seltensten Fällen besteht die Motivation einer Person darin, ihren Mitmenschen ein schlechtes Gewissen zu verursachen. Viele Menschen verzichten aber tatsächlich aus moralischen Gründen. Allerdings finden selbst überzeugte Fleischesser Praktiken, wie das sogenannte „Kükenschreddern“, die betäubungslose Kastration von Ferkeln oder die Massentierhaltung in all ihren Varianten grausam. Aber die Fleischindustrie macht es einem leicht, in dem leckeren Steak nicht mehr das Rind aus dem Stall zu erkennen.

Überall Fleisch

Wer sich erstmals mit dem Gedanken beschäftigt, zukünftig auf Fleisch zu verzichten, bemerkt zum ersten Mal, wie omnipräsent Fleisch im täglichen Leben ist. Trifft man sich mit Freunden zum Grillen, kommen mariniertes Fleisch, Würstchen und Spieße auf den Grill. In der Mittagspause holt man sich eine Leberkässemmel, einen Döner oder eine Salamipizza. Selbst in vermeintlich vegetarischen Gerichten wie Kartoffelsalat finden sich häufig Speckwürfel. Wollte man sich vor ein paar Jahren ein Sandwich kaufen, auf dem weder Schinken noch Salami oder sonstige Fleischprodukte waren, stand man häufig vor einem schier unlösbaren Problem. Mittlerweile hat sich dies jedoch geändert und auch wenn die Auswahl deutlich kleiner ist, so werden die meisten Vegetarier in den Kühlregalen und auf den Speisekarten fündig.

Fleisch und Klimawandel

Seit der Klimawandel an Fahrt aufgenommen hat, wird Fleischkonsum nicht mehr nur als positive Folge gestiegenen Wohlstandes betrachtet. Stattdessen wird die Fleischindustrie kritisch hinsichtlich ihres Beitrags zum Klimawandel beäugt. Da sind zum einen die direkten Folgen, wie der Methanausstoß der Rinder. Aber auch die Überdüngung der Böden und die damit einhergehende Verschmutzung des Grundwassers oder die Abholzung des Amazonas stehen in direktem Zusammenhang mit dem Fleischkonsum und der damit einhergehenden Fleischproduktion.